Prozess in Belgien

18. Oktober 2006

In seinem Plädoyer beschrieb der Staatsanwalt den Täter als Serienmörder und wurde in seiner Aussage von dem Plädoyer von Kellys Anwalt bestätigt. Die Verteidigung verwiesen auf seine schwere Kindheit und forderte mildernde Umstände. Außerdem hat der Täter, nach Meinung der Verteidigung, nicht mit Vorsatz gehandelt. Nach gründlicher Beratung sprachen ihn die Geschworenen in allen Anklagepunkten für schuldig. Mit 30 Jahren Gefängnis wurde die höchste in Belgien mögliche Strafe ausgesprochen.

17. Oktober 2006

Zuerst kam eine Polizistin der Spurensicherung, die anhand von Tatortskizzen die Spuren erklärte. Anschließend kam der belgische Untersuchungsrichter, der auch schon in Göttingen aussagte. Er schilderte den Tathergang, wobei er die Gemeinsamkeiten zwischen den Taten in Göttingen und Nieuwpoort hervorhob. Wichtig war ihm auch auf die große Brutalität des Täters bei den Tatausführungen hinzuweisen. Als nächstes berichtete eine Kommissarin, die nach Kellys Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Aussage über den Tathergang aufgenommen hatte. Mutig schilderte dann Kelly detailliert den Tathergang. Tapfer hielt sie bis zum Schluss durch obwohl es ihr nicht leicht fiel, über bestimmte Vorgänge zu sprechen. Danach beschrieb ein Kommissar den Weg des Täters nach der Tat von Nieuwpoort nach Paris. Aufschlussreich war dann die psychiatrische Einschätzung. Der Täter wird als absolut gewalttätig, gefühllos und antisozial beschrieben, der Spaß am Leiden anderer hat. Der Psychiater betonte auch, dass der Täter weder medikamentös behandelbar ist, noch therapierbar sondern ganz im Gegenteil eine Therapie seine Manipulationsmöglichkeiten noch verbessern würde. Als letztes sagten mehrere Verkäuferinnen aus, ihnen war der Täter im Vorfeld aufgefallen, so rutschte ihm in einem Laden ein Messer aus dem Ärmel.

16. Oktober 2006

Um neun Uhr fing der Prozess an mit der Auswahl der 12 Geschworenen plus zwei Ersatzleuten. Danach wurde die Anklageschrift verlesen. Es folgten die Zeugenaussagen von Polizisten, ein Fachmann für DNA, Kellys Vater, der aussagte, wie er sie vorgefunden hat, und zum Schluss der Gerichtsmediziner, der Kellys Verletzungen untersucht hat. Die Fotos der Verletzungen wurden der Jury vorgelegt. Dazu wurde der Angeklagte befragt und konnte sich dazu äußern. Nach einiger Zeit unterbrach der Richter seine Äußerungen, die nicht sachdienlich waren.

10. Oktober 2006

In Belgien wird nun, nach über vier Jahren der Prozess beginnen, in dem sich der Mörder von Melanie für den Raubüberfall und versuchten Mord an Kelly Hesters verantworten muss. Der erste Gerichtstermin ist am 16. Oktober 2006. Für die Dauer der Gerichtsverhandlung ist eine Woche vorgesehen. Doch kann es gut sein, dass es schon eher zu einem Urteil kommen wird, da für den Mörder keine Zeugen geladen sind.
Der Mörder hatte Kelly Hesters am 16. April 2002 im belgischen Nieuwpoort überfallen, zwei Wochen nachdem er Melanie ermordet hatte.

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